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T. Seidel

ebooks – Schule – interaktives Whiteboard

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imageAus Anlass der Frankfurter Buchmesse ein Blick auf eBook-Tendenzen und was das für die Schule bedeuten könnte.

eBooks sind…. nicht genau definiert.

eBooks sind Bücher in elektronischer Form. Ich selbst taste mich privat und schulisch erst an diesen immer größer werdenden Bereich heran.

Ich gehe von einer durchschnittlich ausgestatteten Grundschulklasse (in Berlin/Brandenburg Klasse 1-6) aus (IWB sind allerdings noch die Ausnahme). In der Schulanfangsphase (jahrgangsübergreifendes Lernen Klasse 1und 2 oder 1 bis 3) finden sich Kinder mit unterschiedlich ausgeprägten Lesefähigkeiten. In der Klassenbibliothek sind einige Bücher vorhanden, an der Schule einige (wenige) auch als Klassensatz. Der Gang zur bezirklichen Bücherei mit der Ausleihe von Büchern ist Teil des Unterrichts. Leseförderung findet vielfältig mit vorgegebenen Texten (Lesehefte, Klassenbücherei, Lesebuch) und mit selbsterstellten Texten der Kinder statt.

Bücher am interaktiven Whiteboard

Im Klassenraum ist auch schon ein interaktives Whiteboard vorhanden (…oder in der Schule, so dass die Klasse in den jeweiligen Raum einmal wechseln könnte). Wie kann man das interaktive Whiteboard (kurz IWB) nun nutzen zur Leseförderung? Und wie kann man an die Nutzung von Büchern anknüpfen?

Bücher einscannen oder abfotografieren ist aus urheberrechtlichen Gründen kaum möglich. Selbst wenn man es – teils erlaubterweise – machen kann, hat man praktisch nur das illustrierte Buch eins zu eins an das IWB übersetzt. Das ist schon „elektronisch“, aber noch nicht das, was vielleicht mit einem eBook möglich sein kann.

Bücher am IWB, Seite für Seite übertragen

Vorteil: Alle Kinder können ein einzelnes Exemplar des Buches großformatig am IWB sehen und die Story mit verfolgen. Die Lehrkraft liest die Text vor oder Schülerinnen und Schüler. Das ist deutlich besser zu sehen, als das Buch in der Hand der Lehrkraft vorne im Sitzkreis. Die Lehrkraft oder ein Kind können vorlesen, die Kinder können dabei mitlesen.

Nachteil: Es ist alles recht frontal. Als Lehrkraft muss man aufpassen, dass diese frontale Zeit im Unterricht nur eine Phase ist – abgelöst durch Einzel-oder Partnerarbeit, Aktivitäten der Kinder am IWB, anschließendes Vertiefen des Gelesenen in Gruppen u.ä.. Die Lehrkraft kann den Blick der Kinder nicht steuern. Der gesamte Text und die gesamte Illustration sind sofort sichtbar. Die Kinder gucken und lesen aber natürlich an verschiedenen Stellen nacheinander.

Auch beim Übertragen (einscannen, abfotografieren) gibt es schon Schwierigkeiten. Im Buch ist vielleicht eine recht kleine Schriftgröße ausgewählt, die zum Lesen im Buch noch genügt, die aber dann am Board doch zu klein ist für die Nutzung im Klassenraum.

Bücher elektronisch am interaktiven Whiteboard – was wäre möglich?

– Mit Hilfe der Boardsoftware werden nach und nach einzelne Teile der Buchseite am Board aufgedeckt. So kann der Erzähler die Kinder beim Ansehen der Illustrationen „mitnehmen“.

– Durch den Mauspfeil oder besser ein größeres Symbol kann genau angezeigt werden, wo der Vorleser sich bei Texten gerade befindet. Die Kinder können so genauer mitlesen (das kennen sie auch aus dem Lesen im Buch mit Finger und Lineal um in der Zeile zu bleiben)

– Mit Hilfe der Boardsoftware können einzelne Teile z.B. einer komplexen Illustration hervorgehoben werden („Spotlight“, „Lupe“) um diese genauer zu betrachten und zu besprechen.

– In der Vorbereitung bei der Übertragung des Buches auf den Computer könnte eine „Board-Story“ erstellt werden, bei der sich z.B. wichtige Teile der Illustration (Tier, Figur) bewegen (das ist nur mit erheblichem Aufwand möglich und ohne einschlägige Vorkenntnisse kaum realisierbar*).

– Soundeffekte können dem Text oder der Illustration hinzugefügt werden (ebenso in der Regel nur für Experten machbar*).

– An die Präsentation können sich Aufgaben im gleichen „look and feel“ anschließen. Die Figuren aus dem Buch stellen (per Sprechblase) Fragen zum Inhalt, in einem Schreibfeld können Antworten notiert werden. Vorgegebene Wörter aus dem Text können zum Hin- und Herschieben (zuordnen unter Oberbegriffe, Wortfelder bilden usw.) auf dem IWB vorbereitet sein.

Bei der Gestaltung eines elektronischen Buches aus einem Papier-Buch ist aber meiner Meinung nach zu bedenken, dass dies kein eigenständiges Werk werden soll oder muss. Der Sinn besteht ja gerade darin, ein BUCH auf das Board zu bringen und nicht eine eigenständige Multimedia-Geschichte auf Basis der Buchstory – das wäre etwas anderes. Meine Gedanken an dieser Stelle hier sind nah am gedruckten Buch, was die Schüler dann in den Händen halten, jederzeit nachlesen können, sich schenken lassen, zu Hause in der Leseecke nutzen…

Einsatz des elektronischen Buches am IWB im Unterricht

Die Präsentation des elektronischen Buches im Unterricht wird in den Unterricht integriert. Je nach Lerngruppe und Zielsetzung sind verschiedene Szenarien denkbar:

– Die Schülerinnen und Schüler sitzen im „Kinositz“ vor dem IWB, die Lehrkraft steuert die Präsentation und liest vor.

– Je nach Fähigkeit können auch ältere Schüler (z.B. in JüL, jahrgangsübergreifendes Lernen mit Schüler verschiedener Altersstufen in einer Lerngruppe) das Lesen und die Ablaufsteuerung der Präsentation übernehmen.

– Wenn es interaktive Elemente in der elektronischen Fassung gibt (s.o.), werden diese durch die Schüler am Board bearbeitet.

– Ein Buch wird nicht vollständig, sondern nur zum Teil präsentiert. Danach haben die Schüler die Möglichkeit, das reale Buch zu lesen und weiter zu erleben.

– Einzelne Teile oder Seiten des elektronischen Buches können ausgedruckt werden. Aus ihnen entsteht ein Wandbild oder sie dienen als Vorlagen für die Schüler zum Arbeiten (Fragen beantworten, malen, gestalten)

Man sollte individuell prüfen und bedenken…

1. Ist das Bücherangebot für meine Schule/Lerngruppe passend und anregend?

2. Lassen sich die Lehrplanthemen mit Inhalten der Bücher für das IWB verbinden?

3. Welches Abonnementmodell wäre passend? (Kosten-Nutzen-Analyse). Wie oft zeigt man diese animierten Bilderbücher? Im Jahrgangsübergreifenden Lernen sind dann ja immer Kinder, die das Buch schon vom letzten „Durchgang“ kennen. Andererseits können diese die Rolle der Vorleser oder Präsentatoren übernehmen.

0 Kommentare

  1. Hallo, als Referendar habe ich mit einem solchen Smartboard sehr gute Erfahrungen machen können. Meine Schüler zeigten große Neugierde am Produkt „interaktives Whiteboard“ und waren so gar extrem apicht darauf, etwas an der „Tafel“ vortragen zu dürfen, nur damit sie mit dem Whiteboard arbeiten konnten. Ich denke also, dass diese Technologie durchaus eine Zukunft im Klassenzimmer hat. Frontalunterricht wird im übrigen nicht durch die benutzen Medien herbeigerufen, sondern durch die Art des Lehrens.

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