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T. Seidel

Sieht die interaktive Tafel bald “alt” aus?

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Wenn man eine Seite wie www.myboard.de mit anbieterunabhängigen Informationen über interaktive Whiteboard-Technologie verfolgt, könnte man denken, das so “massive” interaktive Tafelsysteme von Smart, Hitachi oder Promethean schon bald “alt” aussehen. Die Systeme werden immer kleiner, die Beamer kleiner und leistungsfähiger, Interaktivität auf jeglicher weißen Wand wird möglich…. Wo soll das noch hinführen und welche Konsequenz können wir schon jetzt aus dieser Entwicklung ziehen?

Sicherlich sind Entwicklungen in anderen IT-Bereichen auch auf interaktive Tafelsysteme übertragbar:

Kleiner – Die Geräte werden immer kleiner. Schon jetzt gibt es Beamer im Taschenbuchformat, die mit neuer Lichttechnik ähnliche Leistungen erbringen, wie ein herkömmlicher Beamer.

Leistung – Mulituser mit oder ohne Stift (also mehrere Nutzer gleichzeitig am Board) sind schon jetzt vereinzelt möglich. Kurzdistanzbeamer hängen schon nur noch wenige Zentimeter vor dem Board.

Kosten – Neuere Technologien werden nicht unbedingt teurer als herkömmliche Lösungen bei interaktiven Tafeln. Die Tendenz scheint sogar eher sinkend zu sein.

Kompatibilität – Das ist noch kritisch zu sehen. Zum Glück verbinden sich hier schon “Welten” und nicht jedes Board ist auf Präsentationssoftware “seines” Herstellers angewiesen.

Aus Sicht der Schulen:

Verschiedene Systeme in einer Schule – Wenn eine Schule erst nach und nach mit interaktiven Boards ausgestattet wird, kann es sein, dass die zuletzt montierten auch neuere sind als die “alten”. Ob hier immer alles gleich zu bedienen und zu benutzen ist, muss hinterfragt werden. Es wäre ein riesiger Rückschritt, wenn meine digitale Unterrichtsvorbereitung in der 5a funktioniert, aber bei der 5b nicht, weil die ein neueres Board hat. Auch die Lehrkräfte müss(t)en sich dann immer wieder umstellen.

Softwarefunktionalitäten – Viele sinnvolle Einsatzmöglichkeiten insbesondere an der Grundschule hängen mit den Funktionalitäten der Software zusammen. So bereiten natürlich die Kollegen mit Smartboards ihre Unterrichtseinheiten mit “Notebook” vor, um auch alle Funktionen des Boards und der Software zu nutzen. Steht man dann vor einem Activboard an einer anderen Schule….

Konsequenz:

Auch wenn sich die Technik so rasant weiterentwickelt, sollte das generell die Ausstattung der Schulen nicht bremsen. Nur, weil in zwei Jahren vielleicht ein andere System zur Verfügung stehen wird, sollte man heute (für diese zwei Jahre) auf neue Technik verzichten? Und dann, in zwei Jahren…

Es ist auch immer zu überprüfen, ob die neue Technik schon reif ist für den Einsatz in der Schule. Zum Beispiel soll eine neue Lösung aus jeder weißen Wand eine interaktive Oberfläche machen können. Aber: In einer Schulanfangsphase (Klasse 1-2), wie hoch an der wand legt man diese Fläche an? Interaktive Tafel sind höhenverstellbar. Ist die Decke überhaupt geeignet, dort einen Beamer fest zu installieren? (Kabellängen, Installation, feste unflexible Ausrichtung). Das sind nur einige Aspekte aus der täglichen Praxis.

Fazit

Um sich flexibel auf kommende Zeiten und technische Innovationen einzustellen ist folgendes wichtig:

“Mehr Methodik entwickeln und lernen als Softwarefunktionen”

Es sollten nun also weniger Kurse angeboten werden um die Software der Boards zu erlernen, sondern es sollten eher die methodischen Ansätze dahinter entwickelt werden, für die die Software ja nur Werkzeug ist: Schülerbeteiligung, Filmdidaktik, Medienkompetenzvermittlung sind dafür Stichworte.

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